Wildtierstation Wiltingen geschlossen! Und nun?

Für jeden Tierfreund und Tierschützer in der Region war immer klar: Wildtier gefunden? Ab nach Wiltingen zur Familie Meyer. Über Jahrzente hinweg waren sie eine feste Institution und zuverlässiger Ansprechpartner für verletzte und verwaiste Wildtiere. Dass die ganze Arbeit rund um die Aufzucht, Pflege und Auswilderung der Tiere auf rein ehrenamtlicher Basis und für Herrn Jürgen Meyer neben einem 8 Stunden- Job getätigt wurde, blieb dabei den meisten Menschen verborgen. Wieviel Herzblut und Arbeit hinter der ganzen Sache steckt, wieviel Zeit und Kraft dabei drauf geht, das kann man als Laie nur erahnen. Dass irgendwann eine Lösung gefunden werden muss, um die art- und fachgrechte Versorgung der Tiere auch in Zukunft gewährleisten zu können und vor allem auch eine Entlastung der Familie Meyer zu erreichen, war absehbar.

Dabei ist die Lösung denkbar einfach, die Finanzierung einer Vollzeit- Arbeitsstelle in der Wildtierstation Saarburg durch die zuständigen Behörden. Naheliegend wäre da zum Beispiel das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz, das sich bisher auf eine minimale Bezuschussung beschränkte. Oder auch Institutionen wie der NABU oder auch BUND, die sich den Natur- und auch den Wildtierschutz groß auf die Fahnen schreiben.

Im Mai 2016 war es dann soweit, auf Initiative der Meyers wurde der Versuch gestartet, alle an einen Tisch zu holen, um eine Finanzierung der Stelle gemeinsam zu erreichen. Auch wir vom Tierheim waren mit von der Partie. Anschaulich wurde die Situation geschildert, der Lösungsvorschlag unterbreitet. Schon zu diesem Zeitpunkt machte Herr Meyer klar, dass die Wildtierstation so nicht mehr weiterbestehen könne, zeigte auf, dass er und seine Frau diese zeitintensive Arbeit nicht mehr länger in der Form leisten könnten. Auch stellte er bei Nichtfinanzierung schon damals die Schließung der Station in Aussicht, schweren Herzens natürlich.

Letzten Endes kam es, wie es kommen musste, es tat sich nichts. Nada. Wir vom Tierschutzverein sagten zeitnah eine Beteiligung von 10% zu, leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und während die eigentlich Zuständigen fleißig weiter schliefen und die Verzweiflung der Meyers weiter stieg, kamen diese zu dem Schluss, dass ihnen keine andere Möglichkeit bliebe, als die Drohung wahr zu machen und die Station zu schließen.

Tja, und nun ist es soweit: Seit dem 01.04.2017 ist die Wildtierstation geschlossen und keine Lösung ist parat. Wir als Tierheim können weder vom Personal noch von den Aufnahmekapazitäten das zusätzlich stemmen, was die Meyers über Jahre hinweg ehrenamtlich geleistet haben.

Weder gibt es Alternativen, noch gibt es konkrete Vorschläge, wie nun mit Wildtieren verfahren werden soll. Wir hoffen einfach, dass nun die zuständigen Behörden und Ämter endlich wach werden und schnellst möglich eine Finanzierung auf die Beine stellen können.

 

 

 

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